110 Jahre Handwerkstechnik – made in Bergedorf

Als Friedrich („Fritz“) Schellhorn noch zur Kaiserzeit, am 15. April 1913, seine „Klempnerei nebst Blitzschutz-Anlagen-Installations- und Bedachungs-Geschäft“ zum Gewerbe anmeldete, hätte er sich bestimmt nicht träumen lassen, dass sein Unternehmen 110 Jahre später zu einem der größten und ältesten Handwerksbetriebe Hamburgs gehören würde. Das Unternehmen überstand zwei Weltkriege und diverse Wirtschaftskrisen in Deutschland – und ist heute eine bekannte Größe unserer Region.

Nur wer sich anpasst, überlebt

Vor 110 Jahren zahlte der Gründer Fritz seinen Mitarbeitern einen Stundenlohn von 65 Pfennigen. In der Nachkriegszeit stieg der Tagelohn dann aufgrund der schwindelerregenden Inflation innerhalb kürzester Zeit auf Millionenhöhe und der Familienbetrieb kämpfte wie so viele Bergedorfer Firmen ums Überleben. Doch Familie Schellhorn hat sich über die Jahrhunderte als sehr anpassungsfähig erwiesen: Als Gründer Fritz im Ersten Weltkrieg an die Front musste, führte kurzerhand Ehefrau Anna den Betrieb mit Unterstützung der Gesellen weiter.

Als im Zweiten Weltkrieg der mittlerweile ebenfalls im Betrieb tätige Sohn Erich in russische Kriegsgefangenschaft geriet, meldete Mutter Anna einen weiteren Betrieb zum Gewerbe an: Mit einer Maschine zum Verschließen von Einmachdosen sorgte sie so für eine zusätzliche Einnahmequelle für die Familie und die Mitarbeiter.

Heute ist das Unternehmen so groß wie noch nie und fokussiert sich mittlerweile auf die Handwerksbereiche Sanitär, Bäder, Heizungstechnik, Dächer und Fassaden. Doch bei allen Erfolgen der letzten 110 Jahre sind die Eigentümer bescheiden und realistisch geblieben und wissen, dass man sich Erfolg durch beständig gute Qualität und Innovationswillen erarbeiten muss. Die alte Dosen-Verschließmaschine haben sie zur Erinnerung für nachfolgende Generationen behalten; wenn auch nur als Ausstellungsstück. 110 Jahre durch das wirtschaftliche Auf und Ab in Bergedorf – definitiv ein Grund zum Gratulieren!